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Messbare Lösungen sind gefragt
27. Juni 2011
RICHTUNGSWECHSEL Die Zeiten, in denen der Verkauf von visionären Strategien dominierte, sind vorbei. Heute geht die Nachfrage hin zur konkreten Umsetzungsberatung.
Die Wirtschaftswelt redet derzeit nur noch von Wachst
um, über Restrukturierung spricht kaum noch jemand, die Krise ist scheinbar ad acta gelegt. Die derzeitige Entwicklung birgt indes Gefahren: Die neue Wachstumseuphorie verleitet allzu sehr dazu, dass die alten Fehler der Vergangenheit, wie z. B. ein hoher Fixkostenaufbau oder die Schaffung inflexibler Unternehmensstrukturen, wiederholt werden, ergänzt um das Phänomen der „Wachstumsfalle“. Dabei geht es um die Absicherung ausreichender Liquidität, um sich das geplante Wachstum überhaupt leisten zu können. Es verblüfft daher nicht, dass die Finanzierung von Wachstum heute für viele Unternehmen eine zentrale Herausforderung darstellt.
Eine aktuelle Studie von Alvarez & Marsal Deutschland fördert des Weiteren zutage, dass jedes vierte Unternehmen die Frage der Finanzierung als das größte Risiko für die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr ansieht. Die Spielräume der Banken sind – infolge von Basel III und den der Kreditvergabe zugrunde liegenden schlechteren Ratings der Kunden aus 2009/2010 – zusätzlich eingeengt. Diese Rahmenbedingungen führen dazu, dass sich in der Managementberatung ein Richtungswechsel vollzieht. Strategisch denken können die Unternehmen heute vielfach selbst. Die Zeiten, in denen der Verkauf von visionären Strategien en vogue war, sind vorbei. Viele Unternehmensberatungen stecken daher in einer Sinnkrise und benötigen neue, tragfähige Geschäftsmodelle. Doch längst nicht alle in der Managementberatung haben die Zeichen der Zeit erkannt. Anders als früher geht die Nachfrage jetzt eindeutig in Richtung konkreter Umsetzungsberatung. Künftig wird sich der Schwerpunkt im Restrukturierungsgeschäft, im Rahmen der beiden Säulen operative und finanzielle Restrukturierung, inhaltlich mehr in Richtung operative Leistungsfähigkeit eines Unternehmens verlagern. Daher stehen mehr die Schaffung von Strukturen sowie Prozesse für profitables Wachstum im Fokus. Parallel geht es um die Erarbeitung einer atmenden Kostenstruktur, mit der sich zwangsläufig auch neue Spielräume im Bereich der Finanzierung erschließen lassen.
Die von Unternehmenslenkern heute eingeforderten Lösungen, mit in der GuV messbaren Ergebnissen, stellen eine neue Herausforderung für die Managementberatung dar. Es ist ein neuer Typus von Beratung gefragt. Nicht voluminöse Konzepte mit visuell anspruchsvollen Charts sind angesagt. Vielmehr steht eine Beratung im Mittelpunkt, die konkrete, messbare und nachhaltige Lösungen präsentieren kann. Kleine, schlagkräftige Beratungsteams, die als Umsetzer und Helfer agieren und denen es gelingt, Wertsteigerungsprogramme mit den Mitarbeitern der Kunden zu entwickeln. Beratungsteams, die in der Umsetzung selbst Hand anlegen und die verschiedenen Initiativen im Unternehmen orchestrieren, dafür selbst Verantwortung zeichnen und sich darüber hinaus noch in den Honorarmodellen unternehmerisch am Erfolg messen lassen.
Gefragt ist daher zukünftig umso mehr eine Unternehmensberatung, die über kleine Teams von hochspezialisierten Managern mit Führungserfahrung – ausgestattet mit Industrie- und Funktionskompetenz sowie Kapitalmarkt- Know-how – den Unternehmensentscheidern zur Seite stehen kann. Damit wird sichergestellt, dass man auf Entwicklungen jederzeit gezielt reagieren kann. Da wir uns in einer globalen Welt befinden, muss diese Unternehmensberatung auch global lieferfähig sein. Im Vordergrund stehen messbare Lösungen, denn nur so kann den Kunden der wichtige und viel beschworene „Value Add“ auch tatsächlich geliefert werden.
Mit dem eingeforderten Anspruch, interimistisch Vorstands- und Geschäftsführungsressorts zu übernehmen beziehungsweise als Beratungsteam an der Seite der Unternehmensentscheider die gemeinsam mit den Kunden erarbeiteten Konzepte unmittelbar im Unternehmen umzusetzen, verändert sich die Beratungsbranche nachhaltig. Die Umsetzungserfahrung avanciert so zum entscheidenden Gradmesser einer erfolgreichen Beratung und beantwortet die wichtige Frage für den Kunden, ob das Investment in den Berater rentabel und gerechtfertigt ist.
Damit einher gehen muss der klare Anspruch an den Berater, jedem Problem die entsprechende Beachtung auf Senior-Level entgegensetzen zu können und Führung zu zeigen, in dem man selbst die Ärmel hochkrempelt, um die jeweiligen Aufgaben zu erledigen. Nur so lassen sich operative wie finanzielle Ergebnisse absichern und langfristig Unternehmenswerte steigern. Mehr denn je gilt der Grundsatz: „It’s all about leadership.“ Weitere Informationen unter: www.alvarezandmarsal.de
